Praktikum beim Radio

Praktikumswahl

Worauf sollte man bei der Praktikumswahl achten?
Ein Praktikum soll es sein. Beim Radio. Wo man die wichtigsten Arbeitstechniken lernt. Mit guten Arbeitszeiten und einer fairen Bezahlung. Was sich hier als schöne Wunschliste liest, ist in der Realität nur selten zu finden. Mache man sich nichts vor: Noch nie wollten so viele Jugendliche und Studenten in die Medien wie heute. Die Radio-Redaktionen haben die Auswahl zwischen dutzenden Bewerbern, die alle nur darauf warten kostenlos einige Monate die Hilfsarbeiten in den Sendern zu erledigen.

Worauf also achten? Die folgenden Punkte sollen bei der Suche nach dem optimalen Praktikum helfen:

1. Kleiner Sender vs. Großer Sender
Beide Optionen haben ihre Vorzüge und Nachteile. In kleineren regionalen Radiosendern ist die Chance größer auch selbst mal im Laufe des Praktikums ans Mikro zu dürfen und einen eigenen Einsprecher zu machen der auch gesendet wird. Es sollte sich keiner der Illusion hingeben bei einem großen Privatradio nach zwei Monaten Praktikum schon am Mikro moderieren zu dürfen! Auch ist die Einbindung in die Redaktion bei einem Mini-Sender häufig besser. Nachteil eindeutig: Im Lebenslauf fällt ein unbekanntes Internetradio nicht so markant auf wie eine große landesweite Station. Bei einem großen Sender besteht unter Umständen die Möglichkeit durch verschiedene Aufgabenbereiche des Radiomachens zu rotieren – auch das kann interessant sein. Allerdings: Viele große Radiostationen nutzen Praktikanten als billige Arbeitskräfte die nach zwei oder drei Monaten durch jemand Neuen ersetzt werden.

2. Bezahlt vs. Unbezahlt
Klar ist das bezahlte Praktikum vorzuziehen. Ihr werdet als Arbeitskräfte geschätzt und erhaltet für euren Aufwand eine Entschädigung. Natürlich kann auch eine unbezahlte Hospitanz sehr gut sein: Wenn euch  neue Fähigkeiten vermittelt werden, etwa im Audioschnitt. Nach drei Wochen Töne schneiden in der Nachrichtenredaktion kann ich jetzt jedenfalls perfekt mit der Schnittsoftware Adobe Audition umgehen. Langweilig wird es natürlich, wenn man kaum was anderes machen darf: Nur eine angemessene Bezahlung kann dann trösten.

3.Was wird versprochen?
Am besten die Praktikumsbeschreibung vorher genau lesen. Welche Tätigkeiten und Kenntnisse sollen vermittelt werden. Sind diese nicht genau beschrieben, während des Vorstellungsgesprächs nachhaken. Müssen im Praktikum selbst dann häufig andere Aufgaben als angekündigt erfüllt werden, solltet ihr mit dem Praktikumsbetreuer sprechen. Wenn alles nichts hilft am besten das Praktikum mit einer guten Ausrede (dringend was fürs Studium machen, muss Arbeiten gehen weil ich kein Geld mehr habe) verkürzen. Habt ihr unzufriedene Mitpraktikanten, dann motiviert sie dasselbe zu tun. Nichts stört eine Redaktion mehr als wenn sie mit einem Mal alle ihre Gratis-Aushilfen verliert oder ständig neue Praktikanten einweisen muss.

4. Praktikumsbewertungen suchen
Manche Privatradios sind richtige Praktikantenausbeuter: Sie bieten ständig unbezahlte Praktikumsplätze an und schleusen so jedes Jahr dutzende Anwärter durch den mit simplen Aushilfstätigkeiten gespickten Redaktionsalltag. Misstrauisch sollte man werden, wenn auf der Senderwebseite ständig und an prominenter Stelle um neue Praktikanten geworben wird. Wenn es den Nachwuchs-Arbeitskräften dort so gut gefällt, warum braucht der Sender dann ständig neue Anwärter? Es kann helfen den Namen des Senders vorab mit dem Zusatz „Praktikum“ zu googeln. Eine weitere Anlaufstelle ist die Bewertungsseite der DGB-Jugend. Aus einigen Radiostationen gibt es hier schon positive und negative Erfahrungsberichte. Wenn du selbst eine Hospitanz hinter dir hast, schreibe am besten auch einen Bericht – nur so kannst du anderen helfen: http://www2.dgb-jugend.de/studium/praktika/auswertung/

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Was ist hier los?

Drei Monate Praktikum in einer modernen Nachrichtenredaktion - das prägt. Hoffnungsvoll bin ich mein Praktikum bei einem großen Radiosender in Berlin gestartet. Was ich erlebe, das lest ihr hier... Viel Spaß! Euer Radiopraktikant

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