Praktikum beim Radio

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Würdest du die Geschichte so deinem besten Freund erzählen?

"Würdest du die Geschichte so deinem besten Freund erzählen?" (Foto: sxc.hu)

Grundsätzlich ist Meldungen schreiben ja eine sehr konzentrierte und irgendwie auch schöne Tätigkeit. Am Anfang steht ein Ereignis irgendwo in der Welt und mit eigenen Worten wird dieses erst zu einer Nachricht die dann vertont beim Hörer landet. Dieser entschlüsselt den Sinn wiederum und reagiert darauf in der realen Welt (z.b. mit Trauer bei einem Unglück).

Ursprünglich gehörte zu jeder Meldung auch ein Reporter der sie entdeckt, sie einordnet und ihrem Wahrheitsgehalt nachgeht, der sie dann aufschreibt und an die Heimatredaktion funkt. Doch der Aufwand für so ein funktionierendes Korrespondentennetz ist sehr groß und praktisch nur von öffentlich-rechtlichen Sendern zu leisten. „Für die sechs Minuten Nachrichten pro Stunde brauchen wir sowas nicht.“, fasst die Nachrichtenredakteurin beim Privatsender in Berlin zusammen. „Wir recherchieren mit ddp und AFP.“ Was sie damit meint ist nicht Recherche, sondern letztlich abschreiben. Ich war ja hier schonmal auf die Methoden des Copy-und-Paste-Journalismus eingegangen.

Aber gut, ich setze mich an eine Nachricht. Garnicht so einfach den Stil des Senders zu treffen: Zum einen sollen die News seriös und glaubwürdig klingen, auf der anderen Seite nicht trocken sein. „Überlege dir beim Schreiben am besten wie du diese Nachricht einem Freund erzählen würdest.“, empfiehlt die Chefin vom Dienst – Gut, über die Ergebnisse der aktuellen Debatte um die Gesundheitsreform habe ich mit meinen Freunden ehrlich gesagt noch keine Gespräche geführt, aber ich verstehe was sie meint.

Beim Schreiben fällt mir auf, wie wenig Platz in so einer Radionachricht ist. Die meisten Meldungen haben nur drei relativ kurze Sätze in denen alle wichtigen Informationen drinstecken müssen. Ich schreibe, verschiebe, lösche, kürze und forme um. Dann schicke ich meine erste Meldung über die Gesundheitsreform an die Chefin vom Dienst zum Drüberlesen. Sie streicht weg, kürzt, verschiebt, formt um und am Ende bleibt kein Wort auf dem anderen. Aber ich muss zugeben: Ihre Nachricht ist die bessere, sie kommt besser auf den Punkt und klingt zwar locker aber nicht flapsig.

Das ist also die hohe Kunst des Nachrichtenmachens denke ich und bin um eine Erkenntnis reicher: Radiomachen ist Handwerk, ziemlich hartes und stressiges Handwerk.

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Was ist hier los?

Drei Monate Praktikum in einer modernen Nachrichtenredaktion - das prägt. Hoffnungsvoll bin ich mein Praktikum bei einem großen Radiosender in Berlin gestartet. Was ich erlebe, das lest ihr hier... Viel Spaß! Euer Radiopraktikant

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